Die Blutegeltherapie

Ich biete die Blutegeltherapie aus absoluter Überzeugung an.

 

Dennoch möchte ich darauf hinweisen, dass sie keinesfalls eine alleinige Heilmethode, sondern bei vielen, auch chronischen Krankheitsbildern eine sinnvolle Ergänzungstherapie darstellt!

 

Die Blutegeltherapie ist im Gebiet der Blutentziehungsverfahren einzuordnen.

Doch nicht nur das Absaugen von Substanzen und die im Anschluss einsetzende Nachblutung sind von therapeutischer Wichtigkeit, auch die Injektion von heilsamen Substanzen aus dem Blutegelspeichel wirkt antibiotisch.

 

Der Nutzen der Blutegel ist in vielerlei Hinsicht erstaunlich und bietet ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten.

 

Indikationsbeispiele

  • Arthrose (Gelenkabnutzung)
  • Omarthrose (Schulterarthrose)
  • Spat (Arthritis des Sprunggelenkes)
  • Podotrochlose (Hufrollenentzündung)
  • Sehnenentzündung
  • Hufrehe
  • Abszesse und Hämatome
  • Bursitis (Genickbeule)
  • Gallen
  • Narben
  • Phlegmone (Einschüsse)
  • Prävention Sommerekzem

 

Kontraindikationen

  • Blutgerinnungsstörungen
  • immunsupprimierte Tiere
  • schlechter Allgemeinzustand
  • Anämie (Blutarmut)
  • bekannte Allergie gegen das Sekret der Blutegel
  • medikamentöse Therapie mit quecksilberhaltigen Präparaten
  • Trächtigkeit
  • krankhaft veränderte Hautareale

Hunde, Katzen und andere Haustiere dürfen uneingeschränkt behandelt werden.

Bei Pferden und anderen Nutztieren darf eine Blutegeltherapie nur durchgeführt werden, wenn sie als "Nicht-Schlachttiere" gekennzeichnet sind.

Bitte beachte dazu die Eintragung im Equiden-Pass!

Foto: S. Kottmann
Foto: S. Kottmann

Der Blutegel gehört zu den Ringelwürmern und blickt auf mehr als 650 Millionen Jahre Evolotionsgeschichte zurück.

 

In meiner Therapie nutze ich ausschließlich den medizinischen Blutegel (Hirudo medicinalis).

 

Da ich meinen Therapieplan immer in Rücksprache mit Tierärzten aufstelle, bitte ich Dich im Vorhinein, Rücksprache zu halten, ob eine Blutegeltherapie therapeutisch sinnvoll ist.

Bei Nebenwirkungen, wie beispielsweise einer verstärkten Nachblutung oder einer Blutung über einen Zeitraum von 24 Stunden hinaus, wird Dein Tierarzt/Deine Tierärztin die Nachsorge übernehmen.

Durch den Biss des Egels kann es nicht zu einer Primärinfektion der Wunde kommen. Dennoch kann sich eine Wunde immer durch sekundäre Einflüsse, wie z.B. Schmutz, infizieren. Auch hier findet eine Nachsorge durch Deinen Tierarzt/Deine Tierärztin statt.

 

Für eine Blutegeltherapie bringe ich viel Ruhe und Geduld mit, ein Zeitfenster von bis zu 2 Stunden ist durchaus realistisch.

Hat ein Blutegel gebissen, dauert der Saugvorgang bis zu einer Stunde, es sind auch längere Fälle von bis zu 1,5 Stunden in der Literatur beschrieben.

In dieser Zeit überwache ich meinen Patienten kontinuierlich.

Ein Abbruch des Saugvorgangs ist nicht möglich, da ein Blutegel nicht ohne Risiken und auch nur gewaltsam entfernt werden kann!

 

Sollte ein Egel einmal nicht beißen, kann dies beispielsweise am Wetter, der Umgebungstemperatur, den Lichtverhältnissen oder Gerüchen, beispielsweise durch Medikamente im Blut, liegen. 

Ich bringe immer mehrere Egel mit, um gegebenfalls einen Egel auszutauschen.

 

Im Anschluss an die Behandlung kümmere ich mich um die ordnungsgemäße Entsorgung der Blutegel, da mir dies unter anderem auch gesetzlich vorgeschrieben ist.

Hierbei berücksichtige ich selbstverständlich ethische Aspekte.